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Körper als Einheit
Der Körper funktioniert als ganze Einheit und jede Übung muss in ihrer Wirkung multifunktional gesehen werden. Für das Verständnis körperlicher Vorgänge ist es sinnvoll, Gesang in Funktionskreise zu teilen (Atmung, Phonation, Resonanz). Diese Funktionskreise sind aber nicht unabhängig voneinander (was wir im Resonanzraum verändern, beeinflusst die Atmung und umgekehrt).

Stimme
Jede Stimme ist einzigartig und schön. Es gibt keine schlechten Stimmen, nur ungeübte Stimmen.

Talent
Talent ist die Mischung aus Hingabe und unzähliger Stunden harter Arbeit (siehe 10000 Stunden Regel von Anders Ericsson).

Atmung
Unsere Luftröhre wird nach oben hin vom Kehlkopf begrenzt. Die Stimmlippen im Kehlkopf halten die Luftröhre entweder offen (zur Atmung) oder geschlossen (zum Schlucken, Husten, Heben).
Um Klang zu produzieren schließen und öffnen unsere Stimmlippen periodisch je nach Tonhöhe 70 bis über 1000 mal in der Sekunde. Je länger und intensiver die Schließphase, desto effektiver wird unser Gesang.
Wenn der Luftdruck unterhalb der Stimmlippen zu hoch ist, werden sie daran gehindert in ihrer ganzen Länge zu schließen. Zuviel Luftdruck ist die Hauptursache für Stimmprobleme. Eine optimale Luftstromrate (geringstnotwendige Luftmenge für den zu erzeugenden Ton) ist die beste Voraussetzung für gesundes Singen.
Der Einatemimpuls, der unwillkürlich nach der Ausatmung geschieht, reicht aus, um die Stimmlippen in Schwingung zu versetzen. Ein Mehr an Einatmung oder Bauchmuskeltaktivität birgt immer die Gefahr, Luftdruck auf die Stimmlippen zu erhöhen.

Kraft
Jede feine oder große Bewegung der Muskeln braucht ein Fundament, welches Stabilität bietet. Singen ist ein muskulärer Vorgang. Lautes oder hohes Singen erfordert mehr Stabilität im Körper, also mehr Spannung in den Muskeln, die dem Kehlkopf Stabilität geben. Da unsere Muskeln größtenteils paarweise angelegt sind, spielt eine aufgerichtete Körperhaltung dabei eine große Rolle.  

Zunge
Die Zunge, als flexibelster Bestandteil des gesamten Gesangsapparates, hat einen enormen Einfluss auf die Klanggestaltung. Sie besteht aus acht Muskelpaaren, die uns erlauben die Zunge in unterschiedlichster Art und Form zu bewegen. Von vorne nach Hinten können wir die Zunge in folgende Teile aufgliedern: Zungenspitze, Zungenblatt, Zungenrücken, Zungenwurzel und Zungenboden.

Bezogen auf die Tongestaltung ermöglicht eine differenzierte Zungenbewegung mehr Tragfähigkeit der Stimme, mehr Flexibilität im Heben und Senken des Kehlkopfes und einen größeren Raum im Pharynx.

Um einen vollen und runden Klang zu produzieren brauchen wir nicht mehr Raum im Mund, sondern mehr Raum im Pharynx. Eine zu flache Zunge mindert die Tragfähigkeit der Stimme (Stimmsitz zu weit hinten) und hat oft eine zu hohe Aktivität des Zungenbodens zur Folge. In diesem Fall drückt der Zungenboden den Kehlkopf runter und beeinflusst seine Flexibilität. Dies kann die Ursache von Stimmproblemen, wie schlecht schließende Stimmlippen und Heiserkeit sein.